DORFFUNK_Ost - Die Stimme aus dem ostdeutschen Outback

Warum die Erneuerbaren Dörfer retten können

Dirk Neubauer Season 2026 Episode 1

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Die Dörfer sind finanziell am Ende. Jedenfalls die meisten. Neue Einnahmen sind wichtig, um das Dorf am laufen zu halten. Und der beste Weg, etwas gegen den Frust zu tun, der sich auftut, wenn nichts mehr geht. Und der die politischen Extreme ernährt. Die Erneuerbaren bringen Geld in die Fläche. Und sie liefern günstige Energie für Bürger:innen, Gewerbe und vor allem für die Wärmewende. Wenn man alles zusammendenkt. Und mit den Bürger:innen verhandelt. Am Beispiel eines Dorfes in der Altmark erkläre ich hier, wie das gehen kann und wie man in einem gemeinsamen Prozess Dorfentwicklung, Klimaschutz und Eigennutz durchaus zusammenbringen kann. Und auch muss. Wir müssen handeln, denn ansonste ist der Exodus des ländlichen Raumes nicht mehr aufzuhalten. Und da sind Windkraftanlagen im Wald manchmal das kleinere Übel.obeschreibung Dähre - Die Doku

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SPEAKER_00

Hallo und herzlich willkommen in der wunderschönen Altmark. Mein Name ist Dirk Neubauer. Ich will euch heute ein bisschen was erzählen über das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und Dorfentwicklung und den ganzen Kontroversen, die da so printstecken. Ich bin seit einiger Zeit hier in der schönen Altmark in Däre. Das ist quasi wirklich ehemaliges Grenzgebiet, also direkt am grünen Band, was man ja jetzt zum Weltkulturerbe möglicherweise erheben möchte. Und bin in einem Ort, der alle Probleme hat, die eine Commune so haben kann. Vor allem leere Kassen, sinkende Einwohnerzahlen und immer ältere werdende Menschen, die hier bleiben. Und mit allen Problemen, die da mit dranhängen. Dazu kommt, dass es hier sehr, sehr schön ist. Und es ist wirklich, wirklich wunderschön hier. Also wenn ihr mal Zeit habt, kommt hierher. Es ist wirklich schön hier, aber genau das ist auch Teil des Problems, denn daran entzündet sich der Urkonflikt. Ja, was will ich euch heute erzählen? Ich bin seit einigen Wochen hier beschäftigt, sozusagen zu vermitteln in Workshops mit den Bürgerinnen und Bürgern, Gemeindevertretern, darüber zu sprechen, wie man die Interessen, die die Menschen here, nämlich das zu erhalten, and das, was wir machen müssen, um das Dorf zu erhalten, um den Wald umbauen zu können, irgendwie zusammenzubringen. Das ist gar nicht so einfach. Denn tatsächlich, ich stehe hier vor einem Waldstück. Das ist nicht der Dere-Forst, muss ich fairerweise sagen. Aber so wie es hier aussieht, sieht es fast überall aus. Das heißt, wir haben hier viele, viele Kieferbestände. Das ist tatsächlich mal so geschaffen worden, weil man viel Holz exportiert hat zu DDR-Zeiten. Man hat Wälder tatsächlich so umgebaut, kennen wir auch aus dem Erzgebirge. Man hat das Holz angebaut, was schnell wächst. Man hat es relativ eng gepflanzt, damit es gerade wächst, damit man es gut verkaufen kann. Was entstanden sind, sind Monokulturen. Und hier haben wir tatsächlich in dem Schmölauer Forst, um den es eigentlich geht. Das ist ein riesiges Waldstück mit über 1100 Hektar Wald. Und der besteht eben, wie gesagt, zu großen Teilen aus Kieferbeständen. Und diese Kiefern und die schwachen, ertragsschlechten Böden, die wir haben, das beides zusammen ist eine ziemlich toxische Mischung für die Zukunft des Waldes. Denn die Kiefern entziehen dem Boden ganzjährig, weil sie immer grün sind, ganzjährig Feuchtigkeit und es wird hier immer trockner. Und das bedeutet, dass quasi die Kiefer sich selber abschafft. Denn je trockner das wird, desto weniger Wasser ist da, desto schlechter kann der Baum wachsen und vor allen Dingen, desto schlechter kann sich so ein Baum gegen Borkenkäfer etc. pp zur Wehr setzen, denn dazu braucht es Feuchtigkeit, damit der Baum harzen kann. Denn das ist das einzige Mittel, was er dem Borkenkäfer entgegensetzen kann. Dementsprechend gibt es hier jetzt inzwischen schon ganz viele Kalamitätsflächen, das heißt also Noteinschläge, wo der Käfer halt gewütet hat. Das kennen wir auch aus dem Erzgebirge, da sind ja inzwischen ganze Hängekahl. Ja, und dem Wald hier muss man wirklich helfen beim Umbau, denn diese Böden geben nichts anderes her. Und man muss hier tatsächlich Arten ansiedeln, die resistent sind gegen Trockenheit, gegen steigende Temperaturen. Das beides kann die Kiefer tatsächlich aus sich heraus nicht. Und es gibt große Studien zu dem Zustand des Waldes hier in der Altmark. Und da sagt man sehr deutlich, bis 2050 wird es so sein, dass diese Wälder sich quasi selber abschaffen und nicht wieder regenerieren, weil aus sich heraus das Ganze so und nicht einfach von sich funktioniert. Das heißt, der Mensch muss helfen, um den Wald tatsächlich zu erhalten. Und da sind wir in dem Problemkreis, wer bezahlt das? Die Waldbesitzer haben wenig Erträge. Wenn sie den Wald umbauen, sowieso lange, lange Zeit gar nichts. Das ist ein Generationenwerk. Also einen Wald umzubauen, ist immer etwas, das machen sie heute für die nächste und übernächste und überübernächsten Generationen. Und sie müssen natürlich erstmal investieren. Da liegt der Durchschnittspreis in Deutschland bei ungefähr 25.000 Euro pro Hektar. Bei einem Waldgebiet, das über 1000 Hektar groß ist, kann man im Kopf ausrechnen, dass das ziemlich viel Geld ist. Selbst wenn es massiv gefördert wird, mit bis zu 80%, wenn man Glück hat, bleibt da immer noch eine Menge übrig. So, und jetzt kann die Lösung sein, dass man sagt, auf begrenzten Flächen stellt man tatsächlich Windkraftanlagen in den Wald. Das mögen viele Leute nicht. Ich finde das auch nicht toll. Aber es ist einer und wahrscheinlich der einzige Weg, diesen Kreislauf aufzubrechen, um mit den Erlösen sozusagen aktiv den Waldumbau zu betreiben, Klimaschutz zu betreiben und tatsächlich auch was für die Kommunalfinanzierung zu tun. Denn die Kommunen hier haben auf nichts zu hoffen. Und deren, der Haushalt ist so überstrapaziert, dass man sich eigentlich überhaupt nicht mehr bewegen kann und schon stehen Chaos. Und das wird auch nicht besser, denn es werden immer weniger Menschen und diese Dörfer sind hier quasi über Umlagesysteme. Von der Kopfzahl abhängig der Leute, die hier wohnen, so viel Zuweisung gibt es und anteilig runtergerechnet. Und wenn immer weniger Leute da sind, gibt es immer weniger Geld, hast du immer weniger Geld, verfällt die Infrastruktur, wird die Infrastruktur schlechter, kommt keiner mehr her oder bleibt auch nicht hier. Da kann es ja noch so schön sein, das hält junge Menschen nicht davon ab, das weiterzusuchen, beziehungsweise gar nicht erst daher zu kommen. So, das ist der Problemkreis. Und natürlich, und das kann ich absolut nachvollziehen, sind ja auch Menschen hergezogen, teilweise, die sagen, ich bin hierhergezogen, weiß er so schön ist, weiß er so ruhig ist und jetzt kommt ihr mit euren komischen Windkraftplänen und macht das alles zunichte. Wenden wir uns mal den Zahlen zu. Der Forst selber, wie gesagt, sind etwas über 1100 Hektar groß. Wir reden bei dem Eingriff, der hier überhaupt denkbar wäre, wenn die Prüfungen, Artenschutz und so weiter im Zuge der Genehmigungsverfahren das überhaupt zulassen. Das ist dann nochmal zweitens. Aber rein theoretisch reden wir von einer Größenordnung von kleiner 1% der Gesamtwaldfläche, die tatsächlich von diesem Projekt betroffen sein würde. Geplant ist es so, dass ohnehin schon Kahlschlagsflächen mit beplant werden, sodass man auch den Einschlag, den zusätzlichen Einschlag reduziert. Aber es wäre gelogen zu sagen, es wäre kein Eingriff. Natürlich ist es ein Eingriff und natürlich ist das auch eine dauerhafte Schädigung, da wo die Windkraftanlagen stehen. Das kann niemand wegdiskutieren. Aber wie gesagt, nochmal ist es kleiner 1% der gesamten Waldfläche und ist wahrscheinlich der einzige Weg, den Rest des Waldes wirklich aktiv beim Überleben zu unterstützen. Das ist die Tatsache. Das kann man nachlesen, da gibt es viele, viele Studien. Ich habe hierzu auch einen Text geschrieben. Da findet ihr auch die Quellen dran, ihr könnt das nachprüfen, könnt ihr es selber lesen. Da sind auch Sachen dabei von BUND beispielsweise. Und ich glaube, die sind in Sachen Naturschutz über jeden Zweifel erhaben. Jetzt gibt es natürlich hier Menschen, die sich organisieren und sagen, wir wollen diese Windkraftanlagen im Wald nicht. Das ist auch zulässig. Ich finde es sehr schön, das will ich an dieser Stelle ausdrücklich sagen, dass man hier konstruktiv miteinander redet. Das heißt also, hier ist nicht diese, was wir alle kennen, diese übliche Brüllerei und man will auch gar nichts anderes hören, sondern hier ist man tatsächlich gesprächsbereit. Dass ich hier bin, hat tatsächlich interessanterweise mit der Anti-Windkraft-Kampagne zu tun, mit der Bürgerinitiative. Die haben mich nämlich im letzten Jahr schon angerufen, da war ich im Oktober mal hier, weil sie mal die andere Seite hören wollten und sagen, was könnte es denn bringen, wenn man es richtig macht? Und das fand ich so bemerkenswert. Und daraus ist tatsächlich ein Projekt entstanden, weil ich daraufhin den Investor, der das hier plant, angesprochen habe und der gesagt hat, okay, dann gehen wir in den Dialog und versuchen irgendwie gemeinsam eine Lösung zu finden, weil auch der Investor kein Interesse daran hat, hier ein Dorf zu spalten am Ende des Tages. Das heißt, wir haben eine Gesprächsgrundlage, das sind anstrengende Gespräche, das ist aber zulässig und wir tauschen es aus. Ich merke, dass wir also auch gegenseitig argumente aufnehmen können. Und das ist erstmal eine gute Voraussetzung, möglicherweise tatsächlich einen guten Kompromiss zu finden. Es ist tatsächlich in der Communikation ziemlich viel schief gegangen, weil man diese Prozesse nicht kennen. When zum Beispiel eine Eignungsfläche ausgewiesen wird, dann wird auch gesagt, wie viele Anlagen da maximal stehen können. Da ist hier eine Zahl von 41 irgendwann mal genannt worden. Die wird es nicht geben. Das ist technisch nicht möglich, es macht überhaupt keinen Sinn. And man käme mit dem Strom auch gar nicht über das Netz hier abtransportiert. Und das ist ja immer eine wichtige Voraussetzung. Also diese Zahl ist deutlich kleiner. Wie groß sie ist, wissen wir noch nicht. Das reduziert sich eigentlich ständig. Und auch die Genehmigungsverfahren, wenn es dann um genaue Standflächen geht, werden das Ganze auch nochmal aussichten, weil da kommt ein sehr strenges Artenschutzprüfungsverfahren etc. pp. Da wird sie das auch nochmal sortieren. Und es gibt auch Flächen in diesem Wald, um die man tunlichsten großen, großen Bogen machen muss, weil sie wirklich wertvoll sind und erhaltenswert and überhaupt nicht tangiert werden dürfen von all dem, was da passieren wird. Das ist auch alles so richtig anders in Ordnung. Und es ist auch gut, dass wir darüber sprechen und sagen, was geht und was geht nicht. Kommen wir mal zu dem Ort. Der hat jetzt etwas mehr als 1300 Einwohner noch. Bis 2050, wenn sich nichts ändert, wird sich das halbieren. Was bedeutet das? Wir haben Fixkosten für Leitungswege, Wasser, Abwasserentsorgung, Strom, Gas noch. Gas endet 1945, dürfen wir auch noch nicht vergessen. Das heißt also, bis 2045 spätestens muss jedes Haus eine andere Heizung haben. Und das muss man irgendwann mal beginnen. Und die Infrastruktur, Fixkosten werden immer durch die Zahl der Teilnehmenden geteilt. Das heißt, es sind immer weniger Leute da, steigen auch diese Fixkosten. Das heißt, es wird sich einiges nach oben bewegen, weil es immer weniger Menschen sind. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Was nochmal andere Anforderungen an medizinische Versorgung etc. betrifft, auch die Frage stellt, fährt dann noch ein Bus oder fährt dann keiner mehr für so ein paar Leute nur noch. Es ist alles nicht so einfach. Das haben wir jetzt mal durchgespielt und ich fand das gut. Wir haben letztes Wochenende einen Workshop gemacht, Samstag und Sonntag, mit vielen, vielen Freiwilligen, die sich die Zeit genommen haben, sich in ihrer Freizeit sich dahin zu setzen. Vielen Dank dafür, das war wirklich gut. Und haben uns mal Gedanken gemacht, was müsste man eigentlich in der Kommune tun, damit eben genau dieser Pfad aufgebrochen wird, vor allen Dingen demografische Entwicklung aufgebrochen wird, wie schaffe ich Anreize, dass junge Menschen hier bleiben und vor allen Dingen am Ende des Tages, wie finanziere ich das? Und tatsächlich ist es so, dass wenn man es nüchtern betrachtet und völlig emotionslos betrachtet, ist diese Windkraftfinanzierung eigentlich das Einzige, was die Kommune zur Verfügung hat. Denn, und da kann ich mal Zahlen sagen, hier reden wir, je nachdem, wie das Projekt ausfällt, irgendwas zwischen einer halben Million und knapp 800.000 Euro pro Jahr, 20 Jahre lang. Und das ist Geld, mit dem die Kommune wirklich arbeiten könnte, wenn sie es zwischen die Finger bekäbe, beziehungsweise gemeinsam mit ihren Bürgerinnen Ideen entwickeln könnte. Wie schaffe ich Mobilität, wie schaffen wir Förderanreize für Haushalte, die sich nicht ertockene Wärmepumpe leisten können, beispielsweise, wie schaffen wir günstige Stromtarife für den normalen Strom, aber vor allen Dingen für die Wärme. Denn die Wärmeversorgung wird das größte Problem im ländlichen Raum werden. Wir haben hier eigentlich fast überall im ländlichen Raum eine relativ schwierige Einkommensstruktur. And when die Preise nach oben gehen, and we have gesehen, Straße von Hohr muss dich, zack, gehen die Preise nach oben, Putin beginnt ein Angriffskrieg, zack, gehen die Gaspreise nach oben. That's aline. The Angriffskrieg Putin had already died zusätzlich 150 Milliarden Euro gekostet, diese Gaspreise so zu decken, dass wir überhaupt noch weiterkommen. And we erinnern uns, es war trotzdem sehr, sehr, sehr, sehr teuer am Ende des Tages. Und es war immer die Frage, kriegen wir überhaupt genügend Gas. And egal mit wem wir uns da einlassen, ob es der Orangenmann ist auf der anderen Seite, Putin oder der Nahen Osten, mit unserem Geld werden immer Konflikte finanziert. Und ich glaube auch nicht, dass das eine gute Sache ist, noch zumal wir uns absolut abhängig machen. Und deshalb werbe ich so sehr für die Energiewende, weil sie auf so vielen Ebenen sehr, sehr sinnvoll sein kann. Sie kann die Kommunalfinanzierung verbessern. Sie kann die Lebenskosten der Menschen offen im Land senken, überhaupt ein Leben hier noch möglich halten. Wir machen Klimaschutz aktiv, ganz aktiv. Im Vergleich, ein Hektar Wald zu einer Windkraftanlage, haben wir, was die Kohlenstoffsenke betrifft, also das, was der Wald sozusagen an Kohlenstoff bindet und was eine Windkraftanlage durch ihr Wirken erzeugt, haben wir einen Faktor von 1700 bis 2500 Mal mehr CO2-Einsparung, wenn dort eine Windkraftanlage CO2-freie Energie erzeugt. Und das tut sie in der Regel nach 18 Monaten, dann sind in der Gesamtrechnung auch die Herstellungs-CO2, der Rucksack sozusagen, den so eine Maschine mitbringt, weil sie fällt ja nicht vom Himmel, sie wird ja erzeugt und alle Materialien werden erzeugt. Aber nach 18 Monaten ist eine moderne Windkraftanlage CO2-neutral. Und ab da spart sie effektiv wirklich massiv ein, sehr, sehr viel mehr als der Wald leisten kann. Also wenn wir nur die CO2-Senke betrachten würden, wäre das schon ein ganz wichtiger Punkt, dass wir also gar nicht die Waldfunktion um ein Vierfaches erhöht wird auf einer sehr, sehr kleinen Fläche, die natürlich am Ende in dieser Form kein Wald ist. Das muss man ehrlicherweise immer sagen. Es ist eine Abwägung, immer ein Abwägungsprozess des kleineren Übels am Ende des Tages. And when we das alles mal aufzählen, inclusive der internationalen Unabhängigkeit, soweit es eben geht, 100% werden wir nicht schaffen, but we come ziemlich nah ran. Dann sind das Werte, über die wir durchaus diskutieren sollten. Und da geht es weit darüber hinaus, ob mir das gefällt, was da passiert und was jetzt nötig ist, and dem anderen vielleicht nicht. Das müssen wir im Zweifel aushalten, wenn es Maßen mit hat. 41 Anlagen hier in diese Landschaft zu stellen, wäre tatsächlich ein fataler Fehler. Das wird deshalb auch nicht passieren. Aber eine Zahl auszuhandeln, zu gucken, wie man das am besten macht und vor allen Dingen, wie man die Mehrwerte hier vor Ort hält. Und das ist der nächste Streitpunkt. Das ist auch der Grund, warum extreme Parteien sich dagegen wenden, weil sie gar kein Interesse daran haben, dass am Ende eine funktionierende Gemeinschaft übrig bleibt. Denn funktionierende Gemeinschaften hassen weniger und lassen sich auch weniger aufhetzen und gegeneinander aufhetzen. Wenn so ein Dorf funktioniert, funktioniert es. Und dann haben es wirklich, ich sag mal, Leute, die da versuchen reinzugrätschen und nur aus dem, was nicht funktioniert, ihren Honig saugen, einfach mal auch schlechtere Karten. Das spielt alles zusammen. Und so entsteht auch dieses Mindset, inklusive natürlich der Interessen der großen fossilen Energieversorger, die in der Politik sehr stark vertreten werden. Wir haben eine Bundeswirtschaftsministerin, die das sehr aktiv macht, weil die einfach mal weltweit am Tag 8 Milliarden Dollar reingewinnt machen. Und das ist natürlich ein starkes Argument zu sagen, hey, wenn die Bürger jetzt ihre Energie da selber machen, vielleicht sogar noch so eine Windkraftanlage als Kommune mit den Bürgerinnen gemeinsam bauen und ihren Strom vor Ort dann auch selber verwerten, dann ist das nicht gut für uns. So what? So ist das. Aber wir sehen das bei dem Wandel der Antriebe in der Fahrzeugtechnik. Man kann sich da eine Weile dagegen stellen, irgendwann kommt irgendjemand und macht das einfach und Automotive lernt das gerade sehr. Denn aus China kommt quasi der nächste Angriff und das wird die Elektromobilität sein. Und wenn wir uns das ansehen, das wird noch nicht mehr aufgehalten, weil es auch vernünftig ist. Ob es vernünftig ist, jedes Auto einfach nur ein elektrisches Auto zu verwandeln und die Straßen trotzdem lahm zu legen, wage ich auch zu bezweifeln. Aber zumindest ist ein Elektroauto in Summe sehr, sehr viel, sehr, sehr viel effizienter und umweltschonender als ein normaler Verbrenner und sei ja noch so modern ist. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass auf unseren Straßen nicht nur hochmoderne Verbrenner fahren, sondern die meisten Autos das eben genau noch nicht sind. Und ja, das spielt eben alles zusammen. Wie machen wir das jetzt hier? Wir haben, wie gesagt, einen Workshop gemacht, den fand ich schon sehr spannend. Wir haben also erste Themen abgesteckt, also Ideen, die die Bürgerinnen haben und sagen, was könnten wir denn machen oder was müssten wir eigentlich machen, damit die Kommune vorwärts kommt. Das war total spannend. Da kommen sehr viele soziale Aspekte, sehr viel zusammen, dass wir zusammen machen, wir wollen besser in the political eingebunden sein. Das haben wir alles jetzt zusammengefasst. Das wird jetzt gerade digital noch in einer großen Webcommunity weiterverarbeitet, dieses Protokoll der Veranstaltung. Und wenn das fertig ist, gehen wir damit in den Gemeinderat, machen eine Runde mit dem Gemeinderat, gleich ab, wie dort die Interessenlagen, was denkt der Gemeinderat, was er tun sollte. Und Bausteine gibt es ja viele. Ich stay hier gerade in einem Freibad, das also quasi wirklich nur von wirklich einem unfassbaren Ehrenamt getragen ist. Wenn hier irgendeine größere Reparatur kommt, müssen die Waffenstrecken sein. Der Förderverein privat schafft das noch irgendwie. Also es ist schon alles sehr, sehr hart auf Kante genäht. Wir haben 50 Kilometer Straßennetz in dieser Flächenkommune. Dafür gibt es im Jahr 10.000 Euro, um die zu betreiben, Instand zu halten, Löcher zu reparieren. Das kann nicht funktionieren. So verbraucht man Substanz und das wird immer schlechter und schlechtere Infrastruktur vertreibt Menschen. Wenn mehr junge Menschen gehen, wird irgendwann die Schule in Frage stehen. Wenigstens die Sekundarschule gibt es noch, dann ist die Frage der steigenden Bedarfe ärztliche Versorgung. Kann man zum Beispiel aus den Erlösen eines solchen kleinen Windparks tatsächlich auch eine roundde Gemeindeschwester, sozusagen mit einer kleinen Ersatzpraxis as aufsuchende Dienst für immer ältere Menschen machen. Das gibt es in Brandenburg jetzt zum Beispiel. This is all machbar. And this has so zusammengetragen, and that werden wir jetzt mit dem Gemeinderat abgleichen. Was hat der denn so im Kopf? Ich könnte mir vorstellen, dass die auch Interesse daran haben, einen Teil dieses Geld zu haben, um mit Fördermitteln zu heben. That is the growth problem, which the meest community have. Es gibt unzählig viele Förderprogramme, aber die musst du cofinanzieren. Und so ein Dorf wie der or so eine Gemeinde, das Dorf klingt immer so abwertend, is überhaupt nicht so gemeint. Ich finde Dorf auch toll. But so eine Gemeinde hat meistens nicht den eigenen Anteil, um das zu hädeln. Und dann kriegen sie auch keine Fördermittel. Und das ist so ein Teufelskreis und den kann man nur aufbrechen, wenn man seine eigene Einnahmesituation verbessert. Ja, das versuchen wir zusammenzubringen. Wenn der Gemeinderat das dann abgegriffen hat, wird es eine große Runde geben mit allen. Und dann hoffe ich, dass wir einen Kompromiss finden, was kann gehen, was ist akzeptabel und wie vor allen Dingen finden sich die Bürgerinnen und Bürger dann mit ihren Ideen auch in diesen großen Ganzen wieder und wie kriegt man das mit der Kommunikation hin. Ich habe dir gelernt, der Bürgermeister, der hier noch relativ frisch im Amt ist, der hat großes Interesse daran, er ist sehr offen für solche Diskussionen und war auch bei meinen Workshops dabei. Das war alles freiwillig, also auch er war dabei. Man muss dazu sagen, und da ziehe ich immer wirklich den Hut davor, weil ich den Job zehn Jahre gemacht habe, er macht das ehrenamtlich und ehrenamtliche Bürgermeister zu sein, das ist echt ein hartes Brot, weil du machst das alles in deiner Freizeit. Und das ist kaum zu schaffen. Also mein Appell ist schon seit seitdem ich politisch denken kann, dass es nur hauptamtliche Bürgermeister geben muss, weil es ab einer gewissen Zahl von Leuten ist der Aufwand immer nach unten hin gleich. Also wenn ich 80.000 Einwohner habe, habe ich ein bisschen mehr zu tun. Aber irgendwann nach unten wird das nicht weniger, nur weil das eben nur noch 1000 Leute sind. Also da gibt es eine Grundlast, die ist zu wuppen. Und das schaffst du als Bürgermeister nicht. Und wenn du so eine Gesellschaft zusammenhalten willst, mit jedem im Gespräch sein willst, kannst du nicht noch nebenbei arbeiten gehen. Das geht eigentlich nicht. Ich finde das also toll, er ist da sehr, sehr offen und ich glaube, dass das eine gute Voraussetzung ist, hier eine vernünftige Debatte hinzukriegen. Die erste Runde fühlte sich gut an. Wir haben sehr viele Fakten ausgetauscht. Ich habe das auch alles nochmal aufgearbeitet, wie das so abzuwägen ist, was welche Folgen hat für den Wald, für das Dorf, wie viel Geld da im Spiel ist, wie wir Wärmestrom zum Beispiel aus eigener Produktion dann in die Dörfer bringen können, weil wir können ja auf dieser Riesenfläche kein Fernwärmenetz bauen. Das heißt, es wird über Strom gehen. Wie kriegt man das so hin, dass das bezahlbar ist, dass sich das jeder leisten kann und vor allen Dingen, dass es auch über lange, lange Zeit planbar ist? Denn das ist der Vorteil, wenn ich den Strom hier produziere, habe ich eine Preisgarantie über 10, 15 Jahre. Die habe ich nirgendwo sonst. Und die Preise im fossilen Bereich stehen so, die werden so hochgehen, weil die CO2-Abgaben kommen. Und das ist richtig, das müssen wir machen. Wir müssen dekarbonisieren, damit es nicht noch wärmer wird. Ich bin hier heute rumgefahren, es ist unfassbar warm hier, es ist gedrückt, die Landwirtschaft bewässert, die Fälder können nicht bewässert werden, aber da kriegt man mal so einen Eindruck, wie weit das hier schon ist. Und das stehen die Leute hier auch wirklich wirklich in Frage. Weil das sehen sie und dagegen muss man aktiv was machen.